• voh7.png
  • voh3.png
  • voh1.png
  • voh5.png
  • voh2.png
  • voh4.png
  • voh6.png

Uriges Wirtshaus inmitten der Stadt

von Elisabeth Dobmayer

Dort wo früher aufwändige Mixturen und Kräutertinkturen gemischt wurden, pflegen heute die Vohenstraußer OWV-Mitglieder Geselligkeit. Die Alte Apotheke wird als Vereinsheim sehr geschätzt.

(dob) Verwaist und verwachsen, so präsentierte sich die Alte Apotheke vor zehn Jahren dem Oberpfälzer Waldverein. Es war ein trauriger Anblick. Bis der mittlerweile schon verstorbene Ehrenvorsitzende Hans Wurdack dieses Dornröschenhaus mit der Besitzerin Christa Wolf Ideen entwickelte, das idyllische Anwesen aus dem Schlaf weckte und wieder Leben ins Erdgeschoss einzog. Der OWV hat daraus ein schmuckes Vereinsheim gemacht, das die Gäste wöchentlich zu den Vereinsabenden anzieht. Am Festtag „Mariä Himmelfahrt“ feiert der Zweigverein nun das zehnjährige Bestehen des Vereinsheims Alte Apotheke mit einem kleinen Fest.

„Es war ein absoluter Glücksfall für uns“, versicherte Vorsitzender Erwin Scholz. Bereits am Nachmittag des Jubiläumstags gibt es ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen in gemütlicher Runde. „Wenn es das Wetter erlaubt, wird natürlich im Freien gefeiert.“ Gegen 16 Uhr heizen die Grillmeister um André und Katrin Schröter den Rost an und bringen ihn auf Glut für die deftigen Grillspezialitäten. Katrin Schröter ist die geheime Wirtin, die den Laden am Laufen hält und auch das Jubelfest hauptverantwortlich organisiert. Scholz weiß das Vereinsheim bei ihr in guten Händen. Zur Unterhaltung spielt Matthias Hofmeister aus Tröbes auf, der eventuell sogar seine Schwester Sandra zur Verstärkung mitbringt.

Mit diesem Nachmittag will sich der Verein auch bei den vielen Gästen bedanken, die stets an den Vereinsabenden in die Alte Apotheke kommen. Allerdings bleibt am nachfolgenden Freitag, 17. August, das Domizil dann geschlossen. Die einmalige Lage des Vereinsheims war einer der Gründe, warum der Zweigverein so viel Mitgliederzulauf erhielt. Zuvor schon beim Vereinsheim „Krapfenbauer“ wuchs der Verein bis heute auf über stattliche 600 Mitglieder an. Am 20. Mai 2008 gingen nach zehn Jahren beim „Krapfenbauer“ in der alten Wirtsstube für den OWV die Lichter aus.

Nachdem die Besitzerin Anna Bodensteiner am 10. November 2007 verstorben war, scherten die Vorstellungen der Erbin Renate Bodensteiner und des Zweigvereins weit auseinander. Eine Einigung war nicht in Sicht und so flatterte dem Verein die Kündigung ins Haus. Dadurch ließen sich die Verantwortlichen aber nicht aus der Ruhe bringen und Ehrenvorsitzender Hans Wurdack war bereits im Gespräch mit Apothekerin Christa Wolf, die im Besitz des Hauses im klassizistischem Stil, unterhalb der Friedrichsburg war. Die Eigentümerin brachte die Räume wohl damals selbst für ein OWV-Vereinsheim ins Spiel.

Die Pläne reiften, und nach einigen Umbauarbeiten wurde das Vereinsheim zum ersten Mal am 8. August 2008 aufgesperrt. Die einmalige Lage mit Ausblick zur Friedrichsburg, die imposanten Gewölbe, der charmante Garten, all dies machte sich der OWV zu nutze. Schanktisch und Eckbänke wurden eingebaut und ein uriges Wirtshaus war entstanden, in dem sich die Gäste zu einer Halben Bier und Brotzeiten oder warmen Schmankerl wohlfühlen, die fleißige Küchenfeen um Marianne Wittmann Woche zu Woche zubereiten.

1905 war das Gebäude in den Besitz der Familie Schamel übergegangen. Christa Wolfs Großvater, Fritz Schamel, kaufte das Gebäude, das vermutlich in seiner jetzigen Form am Ende des 18. Jahrhunderts erbaut worden ist. In den „Streifzügen“ des Heimatkundlichen Arbeitskreises ist Apotheker Anton Sindesberger vor 1800 als Besitzer angegeben. „Das war wohl der erste Apotheker damals in Vohenstrauß“, informierte Peter Staniczek einmal. Um 1820 gehörte es dann Johann Baptist Fleischmann, ab 1855 Raimund Fleischmann. Bis ins Jahr 1978 war in diesen historischen Mauern eine Apotheke untergebracht. „Bis 1959 sogar die Einzige im gesamten Altlandkreis“, berichtete Christa Wolf einmal. Sie wohnte und arbeitete damals noch in diesem Haus, in dem heute beim OWV Geselligkeit und Frohsinn großgeschrieben werden.

Quelle: 02.08.2018, ONetz

 

© 2017 OWV Vohenstrauss